System der gesammten Philosophie
und der Naturphilosophie insbesondere

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Herausgegeben von Christoph Binkelmann, Andrea Dezi, Vicki Müller-Lüneschloß

«Dieß muß die Frucht einer universellen, den Menschen zur Natur zurückführenden Philosophie seyn, daß sie die heitere Betrachtung der Welt und der Menschen lehrt; daß sie lehrt, Handlungen und Dinge nicht in Bezug auf das Subjekt, sondern an sich selbst und in Bezug auf die Ordnung der Natur zu betrachten, in welcher nichts an sich selbst unvollkommen ist, sondern, wenn gleich in verschiedenen Graden, alles die unendliche Realität ausdrückt.»

— F.W.J. Schelling

Diese Edition des Systems der gesammten Philosophie und der Naturphilosophie insbesondere wurde in Zusammenarbeit mit dem Projekt Schelling – Edition und Archiv an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften realisiert.

Der verhältnismäßig wenig bekannte Text stellt den einzigen Versuch Schellings dar, die beiden komplementären Teile seines Systems, das sich auf die Parallelität der natürlichen und der geistigen Welt gründet, in einer organischen Gesamtansicht zur Darstellung zu bringen.

So liefert das ›System der gesammten Philosophie und der Naturphilosophie insbesondere‹, das der Philosoph im Jahre 1804 anlässlich seiner Würzburger Vorlesungstätigkeit ausarbeitete, eine Erhellung und wertvolle Vorwegnahme wesentlicher Aspekte seines Denkens (z. B. zur Potenzenlehre, zum Verhältnis von Licht und Schwere, zum metaphysischen Sinn der Liebe).

Neben seiner historischen Bedeutung und der Komplexität des behandelten Gegenstands überrascht der Text mit einer theoretischen Frische, wobei es ihm gelingt, die Strukturen des metaphysischen Geflechts der Gegenwart sichtbar zu machen.